Dinosaurier mögen die Sonne

Fast ein Jahr nach erscheinen meines letzten Romans Die Sonne der Seelen tröpfeln noch Rezensionen nach. Diese hier vom SF-Dinosaurier gefällt mir besonders, daher zitiere ich mal:

Insgesamt ein empfehlenswerter Roman, ein schönes Ende einer Trilogie. Und insbesondere auch ein Ende-Ende, ein Abschluß, kein Cliffhanger, der nach Fortsetzungen bettelt. Das war für mich als Leser nach der letzten Seite besonders befriedigend und von daher kann ich jedem nur empfehlen, die Aschen-Romane zu lesen.

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Dem Buchwurm gefällt’s

Mein neuer Roman ist ja nun seit fast einem Monat erhältlich. Zeit, dass dir Kritiker die Messer wetzen! Tobias Schäfer, fleißiger Romantester für Buchwurm.info, hat „Die Sonne der Seelen“ gelesen, verstanden und genossen. Das ist mir doch als Autor wie eine warme Dusche am Morgen!

Derweil hat meine Frau schon die ersten Fehler entdeckt, die mir und dem Lektorat trotz aller Sorgfalt durchgegangen sind – hartnäckige Biester!

Vergnügliche Aschen

Carsten Kuhr hat „Die Seelen der blauen Aschen“ gelesen und so verstanden, wie ich den Roman gemeint habe: „Geschickt mischt er dabei, […] Geheimnisse mit Action […] Herausgekommen ist dabei ein sehr vergnüglich und kurzweilig zu lesender Roman, der für den Leser jede Menge unerwarteter Wendungen bereithält.“
Da bin ich einigermaßen froh. Hatte schon an meinen Superkräften Fähigkeiten als Autor gezweifelt.
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Geliebte und gehasste Aschen

Mittlerweile trudeln die ersten Kritiken zu „Die Seelen der blauen Aschen“ ein. Und wie soll es anders sein: Manche mögen das Buch (ein wenig), andere nicht so sehr. Am meisten trifft mich ja der implizite Vorwurf, ich würde mich über die Serie und meine Kollegen irgendwie lustig machen – das ist natürlich nicht meine Absicht. Das Buch soll ja nicht einmal besonders witzig sein. Als ich meine Frau darauf ansprach, meinte sie, es wäre doch eigentlich eher ziemlich düster, mehr noch als „Das Haus der blauen Aschen“.

Aber ich schreibe ja keine Dokumentationen oder Sachbücher, da ist es ja quasi inbegriffen, missverstanden zu werden. Derweil nimmt Band 10, der dritte und finale Teil der Trilogie der blauen Aschen Gestalt an. Und er wird monströs, in mehr als einer Hinsicht, so viel ist mir schon klar.

Mit einem Jahr Verzug gibt es nun auch eine Rezension zum Vorgänger von SF-Kritikerpapa Alfred Kruse. Er fand’s wohl ganz okay!

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Krötenmutanten versus der Weihnachtsmann

„Sie mögen uns nicht, nicht wirklich“, sagt Mikas Schwester, und meint damit ihre Eltern. Dieser Ausspruch gibt die Richtung vor, die Jasper Nicolaisens Debütroman „Winteraustreiben“ nimmt.

Nicolaisen hat bisher eine Handvoll Kurzgeschichten veröffentlicht, von denen ich lediglich die ziemlich beeindruckende „Der vorletzte Mensch auf Proteia“ kenne. (Die bloße Tatsache, dass ich den Titel ohne Nachdenken einfach so eintippen kann, bedeutet schon einiges – es gibt etliche tolle Kurzgeschichten, bei denen ich Namen und Autor googeln müsste.) Die Geschichte bestach in erster Linie durch, sagen wir mal, literarische Erzähltechnik. Ansonsten ist Nicolaisen Übersetzer und überträgt – ähnlich wie und zuweilen zusammen mit – Kollege Jakob Schmidt diverse Phantastik aus dem Englischen. Das beginnt bei seltsamer Pseudo-Buffy-Fanfiction und endet noch lange nicht bei preisdekorierten Sammlungen im Golkanda-Verlag.

Diese Mika in „Winteraustreiben“ ist ein eher typischer Teenager aus einer durchschnittlichen deutschen Familie, die Eltern nicht richtig reich, aber bei weitem nicht verarmt, beide gebildet, der Vater Diplompsychologe mit allem was dazugehört, inklusive hipper Karriere in der Unternehmensoptimierung (oder wie auch immer man das nennt, wenn man als Psychologe in der echten Wirtschaft arbeitet). Die genannte Schwester ist schon rechtzeitig nach Berlin verschwunden und hat sich damit in ein bloßes Icon auf Mikas Smartphone verwandelt, das ab und zu noch mal coole, aber wenig hilfreiche Kurznachrichten absondert. Die Idylle ist zerstört, denn die Eltern fühlen sich gefangen, durch die Töchter um ihre Träume betrogen. Die Kinder dagegen spüren, dass die von den Eltern zelebrierte Gemütlichkeit nur Fassade ist. Da bietet sich ein unerwarteter Ausweg: Der Weihnachtsmann(!) bietet sich an, die verbliebene, unbequeme Tochter mitzunehmen, natürlich nach umfassender Bespitzelung durch einen reptiloiden Weihnachtkobold, um abzusichern, dass Mika es auch verdient hat, zum Nordpol verschleppt zu werden, um dort in einem subtropischen Arbeitslager sinnloses Spielzeug herzustellen.
Moment.
Weihnachtsmann? Krokodilkobolde?
Damit nicht genug. Es treten in weiteren Rollen auf: fleischfressende Rentiere, homosexuelle Faune, humanoide Erdkröten, ein sprechender Komet, ein brennendes Kind, ein zweitausendjähriges Kind. Und damit sind wir beim Kernproblem des Buches. Dieses absurde Figurenensemble erwartet man vielleicht in einem leicht kitschigen Kinderbuch. Man verzeiht es einem Walter Moers. Aber Nicolaisens Roman will etwas anderes sein, weder Weihnachtsmärchen, noch komische Groteske. Stattdessen gibt es einen waschechten Entwicklungsroman, dessen psychologischen Momente, besonders am Anfang vil zu bitter sind, um als Lektüre für unter 16-Jährige durchzugehen. Diese Eltern mögen ihre Kinder wirklich nicht, und das ist ein Moment, der für „echte“ Kinder und Eltern schwer zu ertragen ist. In der Folge gibt es dann Nachhilfeunterricht über modernen Kapitalismus. Mika kämpft sich quasi von den tayloristisch-fordistischen Wurzeln bis ins moderne mittlere Management, entlarvt den Weihnachtsmann als das, was er wirklich ist (wir erinnern uns: Der Typ in Rot ist eine Erfindung eines US-Brausekonzerns), kommt schließlich in einer Art Hippiekommune an, bei der zwar nicht alles eitel Sonnenschein ist, die Mika aber immerhin von ihrer gesellschaftlich oktruierten Homophobie kurieren kann.
Das ist schon ein schweres Brett, was der Autor uns hier zumutet: Einerseits das popkulturelle Figurenarsenal von C.S. Lewis über Henry Ryder Haggard bis H.P. Lovecraft, quer durch den Gemüsegarten der Phantastik, andererseits eine wirklich feine, hyperrealistische Charakterzeichnung, wie sie einem modernen Jugendbuch gut zu Gesicht steht.

Warum, warum, frage ich mich, ist dieses Buch kein Bestseller? Warum hat es nicht 1337 begeisterte Bewertungen auf Amazon und steht auf Platz 3 der Spiegel-Bestsellerliste? (Platz 3, weil dort die wichtigen Bücher stehen, die Plätze 1 und 2 werden normalerweise vom aktuellen Vampir-Folter-Schweden-Hype und seinem Klon belegt.) Warum gibt es das Buch nur im Selbstverlag des Autors, zudem nur als E-Book, igitt?
Der Grund ist wohl, dass hier ein wirklich gutes Buch ohne jegliche Zielgruppe vorliegt. Es sieht aus wie ein Kinderbuch, riecht und schmeckt wie ein Jugendbuch, aber wenn man Nachts schweißgebadet mit vollem Bauch vom Weihnachtsbraten aufwacht, dann hockt dort der spitzahnige Kobold und erklärt einem Marx. Das ist schade für die zehntausend potentiellen Leser, die daher diesen Roman nie lesen werden. Ich bin aber froh, dieses unbestreitbare Glanzlicht deutschsprachiger Phantastik gelesen zu haben und kann es jedem nur empfehlen.

Jasper Nicolaisen: Winteraustreiben, Amazon

Reziträume

Eine zweite Rezension zu den Fieberglasträumen ist nun bei Janetts Meinung erschienen. Meine Geschichte wird diesmal erwähnt, und das Fazit ist, dass es sicher keine revolutionäre, aber immerhin eine ordentliche Anthologie geworden ist. Aber lest selbst!

Fiebrig besprochen

Zur aktuellen Anthologie „Fieberglasträume“, in der ich mit meinem Tattoo-Beziehungsdrama „Animatoo“ vertreten bin, gibt es jetzt eine erste, wie ich meine recht wohlwollende, Rezension auf Neueabenteuer. Das Buch selbst gibt es wie immer bei Begedia oder im bekannten Fachhandel.