Experiment Selfpublishing

Titelbild3_kleinWie regelmäßige Leser dieses Blogs wissen (huhu, Susanne!), habe ich kürzlich einen Selbstversuch über Selfpublishing gestartet. Ich habe sechzehn mehr oder weniger kurze Erzählungen zu einem gar nicht mal so kurzen E-Book geschnürt und über Amazons KDP-Portal veröffentlicht. Jetzt, knapp einen Monat später, ist es wohl Zeit für eine kurze Zwischenbilanz.

Als erstes habe ich also das E-Book per Hand zusammengestöpselt, was gar nicht so schwer ist, wenn man HTML kennt. ePub ist im wesentlichen ein mit ein paar Zusatzinformationen versehenes HTML, und ePub liefert eine gute Basis für Amazons Mobi-Format. Problem Nummer 1 war eher, dass ich erst kein gutes Titelbild hatte. Ich habe zwar ein schönes Foto für die erste Version verwendet, der Gesamteindruck sah aber eher nach Konsalik aus, also nicht meine Zielgruppe. Deshalb habe ich mich ans virtuelle Konstruktionsbrett gesetzt und ein Raumschiff für das Cover gebaut. Ich mag Raumschiffe sehr, und das fertige Bild gefällt mir nicht nur, weil ich es generiert habe.

Dann hieß es warten. Amazon tut das seinige und ordnet alles brav auf seinen Netzseiten ein, schickt auch ab und zu mal eine Ankündigungsmail herum. Nach einer Woche hatte ich kein einziges Exemplar verkauft.

Stufe 2 bestand also darin, das Buch bekannt zu machen. Ich bin seit Jahren in einigen SF-Foren und bei Google+ im SF-Bereich vernetzt. Also wies ich hier und da mal diskret auf das Buch hin. Das ist keine gute Idee, wenn man sich zu diesem Zweck extra bei den einschlägigen Foren anmelden müsste, so etwas fällt unangenehm auf und wird meist als Spamming verstanden. Besser ist es, sein bestehendes Netzwerk zu nutzen. Viele Autoren sind ja bei Facebook oder Twitter, da gibt es sicher immer Möglichkeiten, kleine, ehrliche, vielleicht originelle Hinweise zu setzen. Wenn man selbst kein Netzwerk hat, muss man jemanden finden, der eines hat.

Mitte Dezember hatte ich drei Bücher verkauft. Um Neujahr veränderte sich bei G+ noch mal ein wenig mit der Einführung der Communities. Das vergrößerte meine Kreise, zwei weitere Bücher wurden verkauft.

Mittlerweile hatte ich versucht, Kontakt mit Buchbloggern und Fanzines aufzunehmen, um ein paar Reziexemplare zu verschenken. Die Resonanz war etwas verhalten … um ehrlich zu sein, niemand nahm sich die Mühe, auch nur zu antworten. Das finde ich unhöflich, aber angesichts der derzeitigen SP-Schwemme wahrscheinlich auch verständlich. Also kein lohnendes Feld.

Insgesamt habe ich also bisher fünf Exemplare verkauft. Ich werde das Buch außerdem demnächst über ein ePub-Portal anbieten, um auch Leser mit anderen Lesegeräten als dem Kindle zu erreichen. Eine Gratis-Aktion über Amazon werde ich nicht machen, der Gedanke gefällt mir einfach nicht. Wer das Buch geschenkt will, soll mir zumindest eine Rezension versprechen. Weitere Werbeaktionen sind geplant, aber noch nicht spruchreif. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

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4 Antworten to “Experiment Selfpublishing”

  1. funscopes Says:

    Huhu Naut!
    (Test bestanden?)

    Von einer Kostenlos-Aktion würde ich dir auch abraten. Meiner Meinung nach wird SF im Gratisbereich tatsächlich nur abgegriffen. Was richtig zieht, ist der Thriller-Bereich. Ich habe meine verbrauchten Kinder- und Märchentexte zwar auch in den KDP-Kostenlostagen und damit für das Genre erstaunlich viele Downloads erzielt, verkaufsmäßig bringt es aber so gut wie nichts. Gefreut habe ich mich durch diese Aktion wiederum darüber, dass eine 5*-Kurz-Rezi von einer völlig Fremden aufschlug. Das nehme ich als Bestätigung mit und tue der Leserin bestimmt irgendwann noch den Gefallen, eine zweite Story hinterherzuschicken :). Darüberhinaus? Pfffft. ….

  2. gbwolf Says:

    Ich höre von mehreren Leuten, dass es eine derartige Schwemme von Gratisangeboten gibt, dass diese mittlerweile nicht mehr so ziehen wie noch vor ein bis zwei Jahren. Insofern finde ich deine Entscheidung richtig und gut.
    Was du noch machen kannst ist, eine kurze Pressemitteilung an Uwe zu schicken, für die „Deutsche SF.de“-Seite.

    Und ich schulde dir eigentlich schon lange eine Mail und vor allem ein dickes Dankeschön. *schäm*

    • semantomorph Says:

      Du schuldest mir wohl kaum etwas. :) Eher war ich in Sorge, ob mein Weihnachtsgeschenk denn angekommen war, schön zu hören, dass es so ist.

      Und ja, die Gratisaktionen werden Schritt für Schritt eher zu einem weiteren Tropfen auf dem heißen Stein. Mit der schwindenden Neuheit nutzt sich der Nutzen ab. Ich denke aber, dass kleine Gratisangebote immer noch eine wirksame Maßnahme sein können, etwa Gratis-Leseproben oder einzelne Gratis-Kurzgeschichten. Ich werde das demnächst untersuchen.


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