Auch Stross geht Spielberg auf den Leim

Ich lese mich gerade ein wenig durch Charles Stross‘ Accelerando. Ein großartiges Buch, voller neuer und alter Ideen in ungewöhnlichen Kombinationen. Stross ist ein Popkultur-Mem-Schwamm, ein Fragment-Prozessor, der fast den Rang von Douglas Coupland erreicht. Dass er dabei kryptisch an der Grenze zur Geheimbündlerei schreibt, stört mich persönlich nicht – die deutsche Ausgabe enthält einen Glossar, der einige Begriffe erklärt, was für den Normalleser vermutlich essenziell, für mich allerdings nicht notwendig ist.

Letzte Woche gelangte ich so zu einer Szene, in der einige Konstrukte in einer virtuellen Realität miteinander sprechen. Zwei der Anwesenden haben menschliche Gestalt als Avatare, einer jedoch hat die Form eines Velociraptors angenommen. Oh je, denke ich. Er wird doch nicht … doch. In der Folge erklärt Stross, wie groß der Raptor ist, und auch, wenn er dabei nicht konkret wird, habe ich den deutlichen Eindruck, dass hier wieder einmal der Velociraptor mit seinem größeren Cousin Deinonychus verwechselt wurde. Unselige Nachwirkung von Jurassic Park.

Nun mag man argumentieren, dass die Uploads ja sowieso allenthalben Filmkulissen in ihrer VR verwenden, dass es daher nur konsequent ist, dass der Velociraptor gar kein maßstabsgetreuer ist, sondern der im Film auftauchende Riesen-Raptor. So könnte man sich herausreden.

Trotzdem ein gutes Buch.

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: