Noch mehr Meme

Da bin ich wohl etwas unabsichtlich zum Überträger geworden. Nein, nicht von den üblichen RNS-Schädlingen, die man sonst so auf Türklinken und Geldautomaten verteilt, sondern von einem heimtückischen Mem. Als ich nämlich letzte Woche vom Deinoychus schrieb, infizierte ich damit völlig unbeabsichtigt meine Autorenkollegin Nadine mit eben diesem hübschen Wort, „Deinonychus“.

Ich finde, gerade altgriechischstämmige Wörter haben diese besondere Qualität, eine poetische und gleichzeitig wissenschaftliche Wirkung, die sie nicht mehr aus dem Ohr lässt. Tagelang zirkeln sie im Hirnkasten, plustern sich mit Bedeutsamkeit auf, die sie – bei wörtlicher Übersetzung betrachtet – eigentlich nicht haben dürften. Nehmen wir zum Beispiel „Triceratops“: Auf deutsch wird ein profanes „Dreihorn“ daraus. Ja, besonders die Namen, die die Paläontologen ausgestorbenen Echsen beiordnen, entzücken mich immer aufs Neue: Liopleurodon, Ophthalmosaurus, Ramphorhynchus (kommt mir jetzt nicht mit solchen Langweilern wie Tyrannosaurus, da doch lieber Giganotosaurus) und *tada* Cryptoclidus. Was für ein hinreißender Name! (Auf deutsch einfach: „verstecktes Schlüsselbein“.) Das ist die Musik der Wissenschaft.

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