Exotische Sprachen

Es geht um exotische Sprachen, wie zum Beispiel Deutsch oder Spanisch. Exotisch? Aber ja, denn der Großteil der Weltproduktion an fantastischen Kurzgeschichten erscheint nach wie vor auf englisch. Selbst übersetzen kann man als Autor für gewöhnlich nicht – eigentlich klar, wenn man sich überlegt, wie lange man allein gebraucht hat, um in seiner Muttersprache einelesbare Geschichte hinzubekommen. Die wenigsten kennen wohl einen Native Speaker, der das eigene Produkt mal eben für die SF-Freunde in Übersee lesbar machen kann, und selbst wenn: Frank Haubold führte kürzlich aus, dass sich der Aufwand kaum lohne.

Was bleibt? Warten, bis man einen Roman fertig hat, in der Hoffnung, diesen über seine Agentur in die USA zu verkaufen? Aber die ganzen schönen Kurzgeschichten! Das Auswärtige Amt oder das Goethe-Institut anpumpen? Eher nicht – die sind an wertvoller Kultur interessiert, nicht an Geschichten über sprechende Raumschiffe und Zombies.

Derartige Gedanken hat sich auch New-Weird-Papst Jeff Vandermeer gemacht, und überlegt nun laut, ob er nicht eine Art Stiftung auf die Beine bringt. Interessant wäre das allemal.

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7 Antworten to “Exotische Sprachen”

  1. Ralph (erde7) Says:

    Aber Niklas, als Zielgruppe hast Du doch – laut Wikipedia – geschätzt 105 Millionen Deutschsprachler. Reicht Dir das denn nicht? ;)

    Außerdem: Wie kommst Du denn da drauf, dass Zombies und Raumschiffe keine “hohe Kultur” sind? ;)

    Grüße,
    Ralph

  2. semantomorph Says:

    Nä, Ralph, du weißt ja wie das ist: Wenn man erstmal 105 Millionen hat, will man gleich noch mehr. :D

    Außerdem: Ich gar nicht, aber das Goetheinstitut vielleicht? Allerdings schätze ich, dass Deine Sammlung da gute Chancen hätte – also los, die Neuseeländer warten bestimmt auf Dich!

  3. Ralph (erde7) Says:

    Raumschiffe kommen bei mir nicht vor (oder zählt die Sache mit dem Balkon?) – dafür aber Zombies. ;) Ich glaub’ nicht, dass das Zeug dem Goethe-Institut gefallen würde – aber was solls?

    Was ich auch nur meinte: Nicht darum Sorgen, was nicht ist, lieber das nutzen, was ist (zumindest probieren).

    Sieh es als Chance: Wenn die meiste Phantastik Englisch ist, geht man in der Masse doch nur unter.

    • semantomorph Says:

      Ach so. Ja, hast schon recht. Ich hatte jetzt auch nicht vor, meine Karriere darauf zu bauen, ich bin ja nicht Cornelia Funke (die das recht gut geschafft hat).

  4. nexuslex Says:

    Übersetzungsprojekte an Schulen?

  5. A. Felsenstein Says:

    So schlimm ist das eigentlich nicht, sich einen Mehrsprachler zu suchen. Glücklicherweise gibt es neben den (besserbezahlt werden wollenden) Agenturen auch Freelancer. Wenn man günstigenfalls thematisch ein wenig auf selber Wellenlänge ist, dann läßt sich an der Kostenschraube zugunsten des Autors drehen. Aber eine Stiftung wäre natürlich etwas Wunderbares…


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